In welchen Situationen ist ein Katheter eine Lösung?

Ein Katheter kann eine Lösung sein, wenn Sie Ihre Blase nicht (mehr) selbstständig entleeren können. Dies kann dazu führen, dass die Blase teilweise oder vollständig gefüllt bleibt, was zu Beschwerden wie Druckgefühl, Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder wiederkehrenden Harnwegsinfektionen führen kann. Ein Arzt oder eine medizinische Fachkraft beurteilt immer zuerst die Ursache und welche Lösung für Ihre Situation am besten geeignet ist.

Katheterisierung kann unter anderem eingesetzt werden bei:

Neurologische Erkrankungen

Bei Erkrankungen, bei denen die Steuerung der Blase gestört ist, wie z. B.:

Urologische Erkrankungen

Bei Problemen in oder mit den Harnwegen, wie zum Beispiel:

Vorübergehende oder postoperative Situationen

Katheterisierung kann auch vorübergehend erforderlich sein, zum Beispiel:

  • nach einer größeren Operation am Bauch, Becken oder Rücken
  • nach einer Narkose oder einer Rückenmarksnarkose
  • bei vorübergehender Blasenentleerungsstörung nach der Entbindung

Angeborene Erkrankungen

Bei angeborenen Problemen wie:

  • Spina bifida
  • Blasenfistel
  • andere angeborene neurologische Erkrankungen, wie beispielsweise eine neurogene Blase

Funktionale Probleme

Manchmal funktioniert die Blase ohne erkennbare Blockade nicht ausreichend, beispielsweise bei:

  • zu wenig Blasenmuskelkraft
  • Schwierigkeiten beim Pressen
  • schwere Inkontinenz, bei der viel Urin in der Blase zurückbleibt

Ob ein Katheter für Sie eine geeignete Lösung ist, hängt immer von Ihrer persönlichen Situation ab. Besprechen Sie Beschwerden daher immer mit einem Arzt. Dabei ist es auch wichtig zu prüfen, ob Sie in der Lage sind, sich selbst zu katheterisieren. Gemeinsam schauen Sie, welche Behandlungsform oder welches Hilfsmittel am besten zu Ihrem Leben passt.

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